ephemer
Wörterbuch
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ephemer
Beispiele im Kontext
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Sie holte von vier im aktuellen Ausstellungsbetrieb namhaften KuratorInnen und KritikerInnen Texte ein, die sie, vergleichbar einer Bilderpräsentation, auf die Ausstellungswand rubbelte, weiters installierte sie einen Blog, in den sie Texte zum Medium Ausstellung stellte, und vergleichsweise ephemer projizierte sie in Form einer Werkschau eigene Videoarbeiten auf ein umgekehrt an der Wand lehnendes Leinwandbild aus der ersten Phase. Damit stellte sie die grundlegenden Setzungen einer institutionellen Ausstellungspraxis auf den Prüfstand, indem sie im permanenten Wechseln der Seiten, vom Ausgestelltwerden zum Ausstellen, vom Eingeladensein zur Einladenden usf., diese Grenze und die damit verbundenen Hierarchien und Abhängigkeitsverhältnisse sichtbar und spürbar machte. Entgegen dem auf den ersten Blick offenen und bezogen auf die Kunstproduktion ermöglichenden Gestus des Ausstellungskonzeptes reagiert Annja Krautgasser mit einer Dynamisierung der künstlerischen und kuratorischen Kompetenzen, mit der sie ein wesentliches Moment verweigert: dass nämlich die Institution, die Kuratoren oder die AutorInnen der Wandtexte über die Bedeutung ihrer künstlerischen Arbeiten bestimmen können – denn alle werden wir involviert, angeeignet, ge- und verwendet, ohne es vielleicht zu bemerken ...
She also installed a blog where she posted texts on the exhibition as a medium while also equally ephemerally projecting a survey of her own video work onto a painted canvas left leaning back to front against a wall following the first phase of the show. In doing so, she was testing the basic parameters of institutionalised exhibition practise by permanently changing sides, from being shown to showing, from being invited to doing the inviting, and so forth—rendering the boundaries and associated hierarchies and interdependencies visible and tangible. In contrast to the, at first glance, open gesture of the exhibition concept which promotes the production of art, Annja Krautgasser reacts by adding a dynamism to the artist’s and the curators’ fields of competence with which she avoids an essential aspect insofar as neither the institution nor the curators, and not even the authors of the texts on the wall, are able to dictate the content of her artwork. They were all involved, appropriated, manoeuvred, and instrumentalised—perhaps without even real- ising it ... What was, what remains?